10 Wörter für den Anfang

Die ersten Karten eines Kindes zeigen oft Essen und Spielzeug: „Saft“, „Keks“, „Ball“. Aber nur mit Namen von Dingen lässt sich schwer „mehr“, „nicht“ oder „schau“ sagen. Es gibt eine kleine Gruppe von Wörtern, die fast in jede Situation passen. Fachleute nennen sie Kernvokabular. Hier sind zehn Wörter, mit denen Sie gut anfangen können.

Kernwörter und Themenwörter

Kernwörter sind kurz und allgemein: „mehr“, „nicht“, „gehen“, „das“. Nach Angaben des US-amerikanischen Fachverbands ASHA (American Speech-Language-Hearing Association) machen solche häufigen Wörter etwa 80 % der Wörter aus, die die meisten Menschen täglich verwenden. Diese Zahlen stammen vor allem aus dem Englischen, aber das Prinzip ist dasselbe: Einige Dutzend Wörter funktionieren in Hunderten von Situationen.

Themenwörter (Fachleute sagen auch Randvokabular) benennen bestimmte Dinge, Menschen und Orte: „Banane“, „Schaukel“, „Oma“. Auch sie werden gebraucht, denn „will“ ohne „Saft“ ist nicht immer verständlich. Kernwörter geben das Gerüst, Themenwörter die Einzelheiten.

Grafik: zehn Wörter für den Anfang.
Zehn Wörter aus dem Universal Core (Project Core).

10 Wörter für den Anfang

  1. Mehr. Wenn Ihrem Kind etwas gefällt: „Mehr schaukeln?“ – Sie berühren „mehr“ und schaukeln weiter.
  2. Stopp. Halten Sie alles an, was sich bewegt: ein Spielzeugauto, Musik, Kitzeln. „Stopp!“ – und Sie erstarren.
  3. Nicht. Zum Ablehnen oder Widersprechen: „Nicht das“, „Will nicht“. Ihr Kind braucht dringend ein Wort für „nein“.
  4. Will. Vor einer Wahl: „Ich will einen Apfel.“ Berühren Sie „will“ auch, wenn Sie von Ihren eigenen Wünschen sprechen.
  5. Hilf. Wenn etwas nicht aufgeht oder nicht klappt: „Hilf mir aufmachen.“
  6. Gehen. Für Spaziergänge, Spiele und Bewegung: „Gehen wir raus?“, „Der Teddy geht!“
  7. Schau. Um anderen etwas zu zeigen: „Schau, ein Flugzeug!“ Das ist ein Wort fürs Gespräch, nicht zum Bitten.
  8. Das. Zusammen mit dem Zeigefinger meint es alles Mögliche: „Das will ich“, „Nicht das“.
  9. Mag. Um zu sagen, dass etwas schön ist: „Mag ich! Lecker.“ Zeigen Sie auch „mag nicht“.
  10. Fertig. Zum Beenden: „Fertig, aufgegessen.“ Ihr Kind braucht ein Wort, um „genug“ zu sagen.

Alle zehn gehören zu den 36 Wörtern des Universal-Core-Sets von Project Core. Wählen Sie die deutschen Wörter nach ihrer Bedeutung aus, statt sie wörtlich zu übersetzen. Auf der Tafel steht meist nur eine Form eines Wortes, und Sie antworten mit einem ganzen, richtigen Satz: Ihr Kind berührt „mehr“ und „trinken“ – Sie sagen: „Noch etwas trinken? Bitte schön.“

Warum ein Wort einen festen Platz braucht

Wenn ein Wort immer an derselben Stelle steht, merkt sich die Hand den Weg dorthin. Genauso schalten Sie zu Hause das Licht ein, ohne nach dem Schalter zu suchen. Die ASHA erklärt: Wörter bleiben an ihrem Platz, damit es dem Kind leichter fällt, sie sich zu merken und die Bewegung zu planen, wenn neue Wörter dazukommen.

  • Setzen Sie diese Wörter auf die Hauptseite der Tafel und verschieben Sie sie danach nicht mehr.
  • Neue Wörter kommen in freie Felder. Lassen Sie ein paar Felder für später frei.
  • Auf der Kopie aus Papier stehen die Wörter an denselben Stellen wie auf dem Tablet.

So fangen Sie an

Wenn Sie das Universal-Core-Set verwenden, empfiehlt Project Core, alle 36 Wörter zugänglich zu lassen. Für den Einstieg können Sie jedoch drei oder vier Fokuswörter pro Woche besonders häufig in zwei vertrauten Situationen modellieren – beim Essen und beim Spielen. Wenn Ihnen deren Verwendung selbstverständlich geworden ist, nehmen Sie weitere Fokuswörter dazu. Wie Sie sie zeigen, lesen Sie im Beitrag „Machen Sie es vor: Modelling in der UK“.

Häufige Fragen

Sind diese Wörter für ein kleines Kind nicht zu abstrakt?

„Mehr“ lässt sich schwer malen, aber leicht im Tun zeigen: noch einmal schaukeln, noch ein Stück Apfel. Ein Kind versteht die Bedeutung aus der Situation – zeigen Sie das Wort deshalb genau dann, wenn es passiert.

Braucht man dann keine Namen für Dinge?

Doch. Legen Sie sie in Themenordnern oder auf eigenen Tafeln ab, die Kernwörter dagegen auf der Hauptseite. Wie Sie eine solche Tafel machen, lesen Sie im Beitrag „Die erste Kommunikationstafel an einem Abend“.

Darf ich Wörter verschieben, wenn die Tafel wächst?

Besser nicht. Ihr Kind findet ein Wort an seinem gewohnten Platz. Wenn die Tafel wirklich umgebaut werden muss, tun Sie das selten und zeigen Sie Ihrem Kind, wo die neuen Plätze sind.

Serie „UK: erste Schritte“ – Teil 6 von 8. Zurück: Die erste Kommunikationstafel an einem Abend. Weiter: Machen Sie es vor: Modelling in der UK. Alle Teile.

Wie EYA hilft

  • Picture-card board — A grid of picture cards in folders; a tap speaks the card and adds it to a sentence the child can say or send.
  • AAC keyboard — Type-to-speech with QWERTY, ABCD and frequency layouts in 6 languages, core words, phrases and word prediction.
  • Quick yes / no — Always-on Yes and No buttons for the fastest possible answer.
  • Print cards to PDF — Export chosen cards as printable sheets for device-free sessions.

Quellen

  1. Augmentative and Alternative Communication — ASHA Practice Portal
  2. Universal Core vocabulary and communication systems — Project Core (UNC Center for Literacy and Disability Studies)
  3. The First 12: Getting Started with Core Words — PrAACtical AAC

Verfasst von: EYA Team, Editorial team

Aktualisiert: 2026-10-02