Machen Sie es vor: Modelling in der UK
Kinder lernen sprechen, weil sie jahrelang hören, wie andere sprechen. Ein Kind, das UK nutzt, muss ebenso sehen, wie die Erwachsenen seine „Sprache“ verwenden. Deshalb ist das Wichtigste, was Sie tun können: selbst auf seiner Tafel oder seinem Tablet zu sprechen. Fachleute nennen das Modelling.
Was Modelling ist
Sie sprechen mit Ihrem Kind wie immer und berühren dabei Bilder auf seiner Tafel oder seinem Tablet. Nicht jedes Wort – nur ein oder zwei wichtige. Ihr Kind hört das Wort und sieht, wo es „wohnt“ und wie man es benutzt.
Eine Antwort verlangen Sie nicht. Sie machen es einfach vor – so, wie wir mit einem Baby sprechen, lange bevor es antwortet. Forschungsüberblicke zeigen: Wenn Erwachsene so modellieren, beteiligen sich Kinder öfter am Gespräch, verstehen und verwenden mehr Wörter und verbinden sie später miteinander.
Vier Schritte
- Halten Sie die Tafel in Reichweite. So, dass Sie und Ihr Kind sie erreichen können.
- Sprechen Sie und berühren Sie. Sagen Sie einen ganz normalen Satz und berühren Sie ein oder zwei Schlüsselwörter: „Oh-oh, runtergefallen!“ – Sie berühren „oh-oh“.
- Warten. Schweigen Sie ein paar Sekunden und schauen Sie Ihr Kind interessiert an. Diese Pause ist für seine Antwort da – mit einem Wort, einem Laut, einer Geste oder einer Berührung.
- Auf alles reagieren. Ihr Kind hat irgendein Bild berührt, sogar zufällig? Sprechen Sie das Wort aus und reagieren Sie so, als hätte es das gemeint. Sie können ein Wort ergänzen: Ihr Kind sagt „mehr“, Sie sagen „mehr Saft“.

Drei Alltagsszenen
Frühstück
„Ich will Brei“ – Sie berühren „will“. „Mehr? Mehr Milch“ – „mehr“. „Oh-oh, heiß!“ – „oh-oh“. „So, fertig“ – „fertig“.
Baden
„Schön warmes Wasser, mag ich!“ – „mag“. „Stopp, Seife in den Augen“ – „stopp“. „Schau, die Ente schwimmt“ – „schau“. „Mehr planschen?“ – „mehr“.
Spaziergang
Nehmen Sie eine Tafel aus Papier oder Ihr Smartphone mit. „Wir gehen raus“ – „gehen“. „Schau, ein Hund!“ – „schau“. „Wo ist der Ball? Da ist er“ – „wo“. „Müde? Ab nach Hause“ – „nach Hause“.
Typische Fehler
- Abfragen. „Zeig mir ‚trinken‘“ oder „Sag ‚mehr‘“ machen aus einem Gespräch eine Prüfung. Sprechen Sie einfach und zeigen Sie dabei.
- Nur „für die richtige Karte“ etwas geben. Wenn Ihr Kind eine andere Karte berührt, reagieren Sie auf das, was es „gesagt“ hat, und zeigen Sie das erwartete Wort selbst.
- Nur Wünsche modellieren. Zeigen Sie auch „oh-oh“, „lustig“, „mag nicht“, „schau“. Darum geht es im Beitrag „Mehr als Wünsche äußern“.
- Die Tafel wegräumen. Wenn sie im Schrank liegt, gibt es nichts, worauf Sie modellieren können.
- Schnelle Ergebnisse erwarten. Ihr Kind muss ein Wort viele Male sehen, bevor es es selbst ausprobiert.
Wenn Ihr Kind nicht hinschaut
Das kann gerade am Anfang vorkommen. Wenn Ihr Kind die Karten weiterhin nicht beachtet, sollten Sie gemeinsam mit einer Fachperson prüfen, ob Symbole, Anordnung, Wortschatz und Zugang passend sind. Ihr Kind schaut vielleicht von der Seite zu, spielt neben Ihnen oder wendet sich ganz ab – und sieht und hört trotzdem. Ein Kind, das neu anfängt, schaut oft erst einige Male nur zu, bevor es selbst etwas ausprobiert. Modellieren Sie weiter, ohne etwas zu verlangen, kurz und oft. Prüfen Sie, ob es auf der Tafel um etwas geht, das Ihr Kind wirklich interessiert. Und nehmen Sie die Tafel nicht einfach weg, auch wenn es scheint, als würde sie „nicht funktionieren“.
Häufige Fragen
Wie oft am Tag soll ich modellieren?
So oft, wie es sich natürlich ergibt. Lieber kurz und oft – beim Essen, im Bad, beim Spielen – als eine lange „Übungsstunde“.
Muss ich jedes Wort im Satz zeigen?
Nein. Ein oder zwei Schlüsselwörter reichen. Wenn die Tafel noch klein ist, zeigen Sie die Wörter, die darauf stehen. Welche Wörter immer dabei sein sollten, lesen Sie im Beitrag „10 Wörter für den Anfang“.
Ich weiß nicht immer, wo ein Wort auf der Tafel ist. Ist das schlimm?
Nein. Suchen Sie laut: „Wo ist denn ‚mehr‘? Da!“ So sieht Ihr Kind, dass es in Ordnung ist, ein Wort zu suchen.
Wer sollte modellieren?
Alle, die in der Nähe sind: Mama und Papa, Geschwister, Großeltern, Erzieherinnen und Erzieher. Je mehr Menschen auf der Tafel „sprechen“, desto öfter sieht Ihr Kind, dass sie wirklich benutzt wird.
Serie „UK: erste Schritte“ – Teil 7 von 8. Zurück: 10 Wörter für den Anfang. Weiter: Mehr als Wünsche äußern: Nein sagen, kommentieren, fragen. Alle Teile.
Wie EYA hilft
- Picture-card board — A grid of picture cards in folders; a tap speaks the card and adds it to a sentence the child can say or send.
- Print cards to PDF — Export chosen cards as printable sheets for device-free sessions.
- Your own cards — Label, photo, recorded voice, sound or video; bulk edit, duplicate, and a trash with restore.
Quellen
- Augmentative and Alternative Communication — ASHA Practice Portal
- Sennott, Light & McNaughton (2016). AAC modeling intervention research review. Research and Practice for Persons with Severe Disabilities 41(2):101–115
- Biggs, Carter & Gilson (2018). Systematic review of interventions involving aided AAC modeling for children with complex communication needs. Am J Intellect Dev Disabil 123(5):443–473
- Using Aided Language Boards to help your child communicate — NHS Lothian Speech and Language Therapy
- Communication Boards — Children's Speech and Language Therapy Service, Leicestershire Partnership NHS Trust
- Using Aided Language to Develop Skills with Augmentative Communication Displays — Indiana Resource Center for Autism, Indiana University
