Was ist UK? Unterstützte Kommunikation einfach erklärt
Ihr Kind spricht nicht oder sagt nur wenige Wörter? Dann raten Sie wahrscheinlich oft: Warum weint es, was möchte es, was will es Ihnen sagen? Das ist anstrengend – für Sie und für Ihr Kind. Unterstützte Kommunikation (UK) gibt Ihrem Kind schon jetzt eine Möglichkeit, etwas zu „sagen“ – ohne darauf zu warten, dass die Wörter kommen.
Unterstützte Kommunikation (UK) heißt auf Englisch augmentative and alternative communication (AAC). Einfach gesagt ist das alles, was beim Kommunizieren hilft, wenn die Lautsprache nicht ausreicht: Gesten, Bildkarten, Kommunikationstafeln, eine App auf dem Tablet. UK nimmt Ihrem Kind nichts weg – es bekommt einen zusätzlichen Kommunikationsweg, der an seine Bedürfnisse angepasst werden kann.
- Ergänzend (lautsprachergänzend) – UK ergänzt die Lautsprache, wenn sie allein nicht für eine wirksame Verständigung ausreicht.
- Ersetzend (lautsprachersetzend) – UK kann die Lautsprache in Situationen ersetzen, in denen das Kind sich damit nicht wirksam verständigen kann.

Für wen ist UK?
Für alle, denen es schwerfällt, sich im Alltag mit Worten zu verständigen: Kinder mit Autismus, Zerebralparese, Down-Syndrom oder anderen Syndromen, mit verzögerter Sprachentwicklung oder schweren Sprach- und Sprechstörungen. Und nicht nur für Kinder, die gar nicht sprechen – auch für ein Kind, dem die Worte wegbleiben, wenn es aufgeregt ist, und für ein Kind, das nur von seiner Mutter verstanden wird.
Die Serie: Teil 2 bis 8
Lesen Sie die Teile der Reihe nach – jeder beantwortet eine Frage und ist in wenigen Minuten gelesen.
2. Hält UK mein Kind vom Sprechen ab?
Die häufigste Sorge von Eltern. Was die Forschung zeigt und was Sie Verwandten antworten können, die sagen: „Abwarten, das Sprechen kommt schon.“ Weiterlesen →
3. Gesten, Karten, Tablet: Welche Formen von UK gibt es?
UK ohne und mit Hilfsmitteln, nicht-elektronische und elektronische Kommunikationshilfen, was PECS und Makaton sind – und wie Sie entscheiden, womit Sie anfangen. Weiterlesen →

4. Wie ein Kind ein Bild auswählt: Berührung, Taster, Blick
Nicht jedem Kind fällt es leicht, mit dem Finger genau zu tippen. Welche anderen Wege es gibt und wann Sie eine Fachperson bitten sollten zu prüfen, was zu Ihrem Kind passt. Weiterlesen →
EYA bietet „Eye-gaze selection“ nicht an.

5. Die erste Kommunikationstafel an einem Abend
Was Sie brauchen, wie viele Bilder Sie nehmen, wie Sie sie anordnen und wo die Tafel ihren Platz hat. Weiterlesen →
6. 10 Wörter für den Anfang
„Mehr“, „stopp“, „nicht“, „will“ und andere Wörter, die fast überall passen – und warum jedes einen festen Platz braucht. Weiterlesen →
7. Machen Sie es vor: Modelling in der UK
Sprechen Sie wie immer und berühren Sie dabei das Bild. Vier einfache Schritte, drei Alltagsszenen und Fehler, die Sie vermeiden sollten. Weiterlesen →

8. Mehr als Wünsche äußern: Nein sagen, kommentieren, fragen
Kommunikation ist mehr, als um etwas zu bitten. Wie Sie Ihrem Kind Wörter geben, um abzulehnen, anderen etwas zu zeigen, zu fragen und zu sagen, wie es sich fühlt. Weiterlesen →
Wo Sie in Deutschland Hilfe finden
Eine passende UK-Form und einen für Ihr Kind geeigneten Zugang wählen Sie am besten gemeinsam mit:
- einer Logopädin oder einem Logopäden mit UK-Erfahrung;
- einer Frühförderstelle (bis zum Schuleintritt) oder – auf ärztliche Überweisung – einem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ);
- einer Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation in Ihrer Nähe – entsprechende Angebote finden Sie über die Umkreissuche der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e. V., einem institutionellen Mitglied von ISAAC.
Medizinisch notwendige elektronische Kommunikationshilfen können gesetzlich Versicherte in der Regel mit einer ärztlichen Verordnung bei ihrer Krankenkasse beantragen; die Kasse prüft den Antrag. Für privat Versicherte hängt die Erstattung vom Tarif ab. Für Kinder und Jugendliche fällt in der GKV keine gesetzliche Zuzahlung an; für Ausstattungen über das medizinisch Notwendige hinaus können Mehrkosten entstehen.
Wenn Sie zu Hause eine andere Sprache sprechen als in der Kita (zum Beispiel Ukrainisch), muss das kein Hindernis sein: Wählen Sie Bilder, die für Ihr Kind in beiden Sprach- und Kulturkontexten verständlich und passend sind; die Beschriftung kann in beiden Sprachen stehen. Wichtig ist, dass alle Sprachen Ihres Kindes Platz bekommen.
Häufige Fragen
Brauche ich für den Anfang ein teures Gerät?
Nein. Sie können mit einer ausgedruckten Tafel anfangen oder mit einer günstigen oder kostenlosen App. Ein spezielles Gerät – falls es nötig wird – wählen Sie am besten gemeinsam mit einer Fachperson aus.
Kann man Gesten, Karten und Tablet kombinieren?
Ja. Viele Kinder kombinieren Gesten, Kommunikationstafeln und Apps je nach Situation. Zum Beispiel Gesten beim Spielen, eine laminierte Kommunikationstafel im Badezimmer oder auf dem Spielplatz, die App in der Therapie und zu Hause.
Wie EYA hilft
- Picture-card board — A grid of picture cards in folders; a tap speaks the card and adds it to a sentence the child can say or send.
- Your own cards — Label, photo, recorded voice, sound or video; bulk edit, duplicate, and a trash with restore.
- AAC keyboard — Type-to-speech with QWERTY, ABCD and frequency layouts in 6 languages, core words, phrases and word prediction.
- Print cards to PDF — Export chosen cards as printable sheets for device-free sessions.
Quellen
- About AAC — ISAAC (International Society for Augmentative and Alternative Communication)
- Augmentative and Alternative Communication — ASHA Practice Portal
- Augmentative and Alternative Communication (AAC) — Helping You Communicate (CHSA, powered by ASHA)
- What is AAC? — Communication Matters (UK AAC charity)
- Millar, Light & Schlosser (2006). The impact of AAC intervention on the speech production of individuals with developmental disabilities: a research review. J Speech Lang Hear Res 49(2):248–264
- Romski & Sevcik (2005). Augmentative communication and early intervention: myths and realities. Infants & Young Children 18(3):174–185
- Light & McNaughton (2012). Supporting the communication, language, and literacy development of children with complex communication needs. Assistive Technology, 24(1), 34–44
- Kasari et al. (2014). Communication interventions for minimally verbal children with autism: a sequential multiple assignment randomized trial. JAACAP, 53(6), 635–646
- Drager, Light & McNaughton (2010). Effects of AAC interventions on communication and language for young children with complex communication needs. J. Pediatric Rehabilitation Medicine, 3(4), 303–310
