Wie ein Kind ein Bild auswählt: Berührung, Taster, Blick

Um mit einem Bild etwas zu „sagen“, muss ein Kind es zuerst auswählen. Die meisten Kinder tippen einfach mit dem Finger darauf. Wenn die Hände aber nicht gut mitmachen, gibt es andere Wege – einen Taster oder den Blick. Hier lesen Sie, wie sie funktionieren und wann Sie sich an eine Fachperson wenden sollten.

Zuerst: eine bequeme Sitzposition

Bevor Sie über den Weg der Auswahl nachdenken, schauen Sie, wie Ihr Kind sitzt. Wenn der Kopf gerade gehalten wird und die Hände vorne liegen, fällt es ihm leichter, die Bilder anzuschauen und nach ihnen zu greifen. Stellen Sie Tafel oder Tablet so auf, dass Ihr Kind sie sieht, ohne den Kopf in den Nacken zu legen oder ihn zu senken.

Drei Wege, in der UK auszuwählen: Berührung mit dem Finger, ein Taster und Augensteuerung.

Berührung

Für viele Kinder ist direkte Berührung der einfachste und schnellste Zugangsweg. Das Kind berührt das Bild mit dem Finger, der Faust, der Handfläche oder einem Eingabestift – auf Papier oder auf dem Bildschirm.

So funktioniert zum Beispiel die App EYA: Das Kind tippt auf dem Smartphone oder Tablet auf eine Karte – und das Wort wird sofort laut ausgesprochen.

Wenn Ihr Kind oft danebentippt, probieren Sie Folgendes.

  • Nehmen Sie weniger Bilder, dafür größere.
  • Lassen Sie mehr Abstand zwischen ihnen.
  • Stellen Sie das Tablet schräg auf einen Ständer, damit es nicht verrutscht.
  • Lassen Sie Ihr Kind mit jedem Teil der Hand tippen – Genauigkeit ist hier nicht das Wichtigste.

Taster

Wenn direkte Berührung schwerfällt, kann eine Tasteransteuerung eine passende Alternative sein. Ihr Kind kann ihn mit dem Ellbogen, dem Kopf oder dem Knie drücken – mit der Bewegung, die ihm am leichtesten fällt. Beim automatischen Scanning leuchten die Bilder auf dem Bildschirm nacheinander auf, und das Kind drückt den Taster, wenn das gewünschte Bild leuchtet.

Das ist langsamer als Berühren und braucht Zeit zum Lernen. Dafür kann ein Kind, dem Handbewegungen schwerfallen, selbst auswählen.

Dasselbe Prinzip können Sie auch ganz ohne Technik ausprobieren – Fachleute sprechen von Partnerscanning. Sie zeigen nacheinander auf die Bilder und benennen sie, und Ihr Kind gibt ein Zeichen, wenn Sie beim gewünschten angekommen sind: mit einem Laut, einem Nicken oder einer Handbewegung. Vereinbaren Sie dieses Zeichen vorher.

Blick

Für Kinder mit schweren Bewegungsstörungen gibt es spezielle Geräte mit Augensteuerung: Eine Kamera erkennt, wohin das Kind schaut. Das Kind fixiert ein Bild mit dem Blick und wählt es dadurch aus. Ein solches Gerät muss auf das Kind eingestellt werden, und Sie wählen es am besten gemeinsam mit einer Fachperson aus.

Den Blick können Sie auch mit Papier nutzen. Legen Sie Ihrem Kind zwei Bilder weit auseinander hin und fragen Sie: „Was möchtest du?“ Das Bild, das Ihr Kind länger anschaut, kann seine Wahl sein. Bestätigen Sie die vermutete Wahl und prüfen Sie über mehrere Situationen hinweg, ob das Blicksignal zuverlässig ist. Sprechen Sie seine Wahl laut aus.

EYA bietet „Eye-gaze selection“ nicht an.

Wann eine Fachperson den Zugang prüfen sollte

Bei einer Abklärung des Zugangs (auch: der Ansteuerung) schauen Fachleute, wie Ihr Kind am leichtesten auswählen kann: mit welcher Hand, mit welcher Bewegung, in welcher Position, mit wie großen Bildern. Das lohnt sich, wenn:

  • Ihr Kind ein Bild oft nicht trifft, auch ein großes;
  • es vom Tippen schnell müde wird oder sich ärgert;
  • es nur den Kopf, einen Fuß oder die Augen bewegen kann;
  • Sie ein spezielles Gerät oder einen Taster anschaffen möchten.

In Deutschland können Sie dazu Fachkräfte der Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie ansprechen – zum Beispiel in einer Frühförderstelle (bis zum Schuleintritt). Therapeutinnen und Therapeuten sowie Beratungsstellen mit Schwerpunkt Unterstützte Kommunikation finden Sie außerdem über die Umkreissuche der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e. V. Nehmen Sie zum Termin ein kurzes Video mit, auf dem zu sehen ist, wie Ihr Kind jetzt zeigt und auswählt.

Häufige Fragen

Kann man verschiedene Wege kombinieren?

Ja. Zu Hause kann Ihr Kind auf die Tafel tippen und, wenn es müde ist, mit dem Blick eine von zwei Karten wählen. Wichtig ist, dass die Erwachsenen jeden seiner Wege verstehen. Mehr über die Formen von UK lesen Sie im Beitrag „Gesten, Karten, Tablet“.

Wie viele Bilder sollten auf dem Bildschirm sein?

So viele, wie Ihr Kind gut erkennen und zuverlässig auswählen kann. Wenn die Auswahl häufig nicht gelingt, nehmen Sie weniger und größere Bilder. Wenn sie zuverlässig gelingt, können Sie neue dazunehmen.

Müssen wir ein Gerät mit Augensteuerung anschaffen?

Nein. Sie können mit Bildkarten aus Papier und der Wahl zwischen zwei Karten anfangen. Ob ein solches Gerät nötig ist, entscheiden Sie am besten nach einer Abklärung gemeinsam mit einer Fachperson.

Womit fangen wir an, solange wir auf einen Termin warten?

Machen Sie eine einfache Tafel mit wenigen großen Bildern und beobachten Sie, wie Ihr Kind am leichtesten darauf zeigt. Wie das geht, lesen Sie im Beitrag „Die erste Kommunikationstafel an einem Abend“.

Serie „UK: erste Schritte“ – Teil 4 von 8. Zurück: Gesten, Karten, Tablet: Welche Formen von UK gibt es? Weiter: Die erste Kommunikationstafel an einem Abend. Alle Teile.

Wie EYA hilft

  • Picture-card board — A grid of picture cards in folders; a tap speaks the card and adds it to a sentence the child can say or send.
  • Display settings — Columns and rows, font and card size, theme, paging or scrolling, hide text or pictures.

Quellen

  1. Augmentative and Alternative Communication — ASHA Practice Portal
  2. What is AAC? — Communication Matters (UK AAC charity)
  3. AAC Assessment Services — Communication Matters
  4. Позиціонування дитини з руховими порушеннями та підбір обладнання — БФ «Інститут раннього втручання», ЮНІСЕФ Україна
  5. Universal Core vocabulary and communication systems — Project Core (UNC Center for Literacy and Disability Studies)

Verfasst von: EYA Team, Editorial team

Aktualisiert: 2026-10-02